Neue Migräne Leitlinie

 

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) haben neue Empfehlungen zur Prophylaxe und Therapie der Migräne vorgestellt.   
 

Die neue Leitlinie soll die Versorgungssituation für Kinder und Erwachsene mit Migräne verbessern. 

 
 

Sie gibt einen umfassenden Überblick, was nach aktuellem Stand der wissenschaftlichen Medizin akut und vorbeugend gegen die häufige Kopfschmerzerkrankung hilft – und was nicht. Das knapp 100 Seiten umfassende Nachschlagewerk gewichtet medikamentöse, nicht medikamentöse und interventionelle Verfahren und nimmt Stellung zu Therapien ohne Wirksamkeitsnachweis.

Migräne ist die häufigste neurologische Erkrankung, an der in Deutschland etwa acht bis zehn Prozent der Männer und zehn bis 25 Prozent aller Frauen leiden.

Eine aktuelle Repräsentativbefragung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) in Deutschland zeigt, dass die Prophylaxe-Möglichkeiten kaum ausgeschöpft werden. Weniger als die Hälfte (43 Prozent) der Migränepatienten werden beim Hausarzt oder Internisten zu vorbeugenden Maßnahmen beraten; selbst beim Facharzt bekommen zu wenige Patienten (57 Prozent) entsprechende Informationen.

Die Leitlinie gibt dezidierte Empfehlungen zu allen in der Akuttherapie und Prophylaxe eingesetzten Medikamenten. Die medikamentöse Therapie sollte durch nicht medikamentöse Verfahren ergänzt werden. Regelmäßiger Ausdauersport hilft, Migräneattacken vorzubeugen. Auch Entspannungsverfahren und Stressmanagement haben sich in der Prophylaxe als wirksam erwiesen.

Quelle
Diener H.-C. et al. S1-Leitlinie Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne. 2018. In: Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Hrsg. Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie.